04 Januar 2007

Video über Hinrichtung

Bei Stefan Niggemeier "tobt" eine Diskussion darüber, ob die "Seuche Internet" schuld ist, dass auf ewige Zeiten das "Skandalvideo" über Saddam Husseins Hinrichtung von Allen zu sehen sein wird. Ich habe da auch einen Kommetar geschrieben, den ich gerne hier wiedergeben möchte.

Das Wichtigste wurde ja schon gesagt. Das Internet ist für mich eher ein Zeichen von Freiheit und wir müssen lernen, auch mit dieser Freiheit umzugehen. So wie es das Sprechen, das Schreiben, das Bücher drucken und so weiter erst mal erfordert(e) mit diesen Möglichkeiten verantwortungsbewusst umzugehen. Klappte nicht immer, ist trotzdem keine Seuche.
Nicht das Internet ist das Problem, sondern derjenige, der Saddam Hussein zum Tode verurteilt hat und derjenige, der das Video gedreht und eingestellt hat. Nun ist es da und es ist ein geschichtliches Dokument, wie früher Kriegsberichte (schriftliche oder mündlich) auch.Das ist (Informations-) Freiheit. Und die brauchen wir, Schluss aus.
Typisch aber auch, dass diese (notwendige) Diskussion über zwei Journalisten aufbricht, die eine gewisse Selbstgerechtigkeit an den Tag legen. Das ist auch notwendig, denn ansonsten findet keine Auseinander-Setzung, sondern lediglich ein Gespräch, statt!


Was mir nachträglich noch einfiel ist: Sieht Herr Kornelius nur die Informationshoheit der Journalisten in Gefahr, weil sich ja jetzt Jeder im Internet über das informieren kann, was vorher in Archiven schlummerte? Scheint mir fast so.

Oder fürchtet er die ewige Anklage von Hussein Fans?
So wie man plötzlich keine künstlerische Freiheit zulassen wollte, nur weil dänische Flaggen brannten? Knicken wir wirklich so schnell vor dem Mob ein? Wo bleibt denn unser Selbstbewustsein als Europäer, die das Mittelalter hinter sich gelassen haben und mit dem Humanismus auch die persönliche Freiheit erkämpft haben?
Egal wie, was macht er dann noch bei der Süddeutschen Zeitung? Heißt es nicht, sie sei eine liberale Zeitung?

(lat. liber: frei, lat. liberalis: die Freiheit betreffend, freiheitlich)
Quelle: Wikipedia

Kommentare:

Falcon hat gesagt…

Leider nichts Neues. Es gibt doch dieses schöne Sprichwort: "Den Sack schlagen, den Esel meinen". Genau das passiert hier. Da wird ein Medium, in diesem Fall das Internet, per se zum Teufelswerk erklärt, weil es Menschen gibt, die es missbräuchlich nutzen.
Nach dieser Logik müsste man tatsächlich alles verdammen; auch ein Stein kann benutzt werden, um jemanden zu erschlagen. Das Internet ist aber vor allem deshalb so geeignet, weil es einfach im Moment viele gibt, die ihm skeptisch bis ablehnend gegenüber stehen, weil sie es nicht verstehen. In so eine Kerbe schlägt es sich natürlich leicht.

Trupics hat gesagt…

Ja genau, das ist es. Es ist eben so leicht über das Internet zu klagen. Aber ist das eines renomierten Journalisten würdig?